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Der Ilsberk...
Veröffentlicht von sici in Eigene Gedanken • 28.01.2010 04:00:00

... hat gewonnen!

Eine gute Freundin ist heute Morgen in aller früh verstorben. Eine Arbeitskollegin, die Pflegerin und ich haben sie begleitet.

Ich versprach ihr, dass sie nicht alleine sein wird und ich ihr auf diesem schweren Weg beistehen werde. Das war auch der Grund meiner Funkstille im Blog.

Wer ist Ilsberk? Meine Freundin macht aus dem Krebs ein Krebsli. Liest man das Wort von hinten nach vorn entsteht Ilsberk. Sie wollte sich mit ihm verbünden, damit alles positiv verläuft. Doch seit dem 30. Dezember wusste sie, dass sie den Kampf verlieren und er sie nicht am Leben lassen wird.

Es waren schwierige Tage im Krankenhaus, zu sehen, wie ein Mensch sich so verändern kann und einfach nicht loslassen will. Dazu kam, dass ihre Mutter eine Woche vor ihrem Tod ebenfalls starb. Die Beerdigung fand an ihrem Todestag statt. Das ist aber nicht alles. Seit einer Woche liegt auch mein Mann in der Klinik. Ich pendelte während einer Woche zwischen zwei Stockwerken. In der letzten und in dieser Nacht verbrachte ich auch drei vier Nächte an ihrem Bett. Doch ich war nicht allein. Ein gute Arbeitskollegin gesellte sich zu uns.

So traf ich diese Kollegin nach gut zwanzig, dreissig Jahren wieder. Ich verlor eine verwandte Seele und fand eine neue. M. verbrachte die letzte Nacht bei ihr, da sie am darauffolgenden Tag nicht arbeiten musste. Ich war um 22 Uhr zuhause und legte mich sofort ins Bett. Nach 1 Uhr rief mich die Pflegerin an und informierte mich, dass es nur noch etwa zwei Stunden dauern würde. Ich zog mich an, rief ein Taxi und fuhr zum Spital. Wir sassen am Bett, sprachen mit der Freundin und ich liess ihre Lieblingssongs spielen. Die Pflegerin betreute noch einen anderen Patienten, der ebenfalls im Sterben lag. Um 3:45 Uhr läutete ich der Pflegerin. Unsere Freundin verliess uns langsam. Um 4 Uhr tat sie ihren letzten Atemzug.

Sie hat endlich ihren Frieden gefunden und muss nicht mehr leiden. Ihre Fröhlichkeit und die Erinnerung an sie, wird in unseren Herzen weiterleben.

Eine solche Erfahrung machten wir Zurückgebliebenen das erste Mal und es war eine schöne. Sie zeigt auf, wie wichtig es, ist füreinander da zu sein und in der Gegenwart zu leben.

Damit ist der schwarze Januar noch nicht vorbei. Gestern vernahm ich auch, dass eine andere Arbeitskollegin vor einer Woche ebenfalls verstarb. Sie wurde nur vierundvierzig Jahre alt. Meine Freundin wäre nächstes Jahr sechzig Jahre alt geworden.
Nicht mal meinem ärgsten Feind wünsche ich einen solchen Monat.

Nachtrag: Eigentlich wollte ich diesen Eintrag am gleichen Tag erfassen. Doch kam ich nicht dazu. Mein Mann hat die Operation gut überstanden. Wenigstens EIN Lichtblick!

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